Flickenweberei

Schöne Gebrauchsgegenstände, wie Läufer, Wandbehänge, Fenstervorhänge, Fußkissen und Kissen kann man aus allerlei alten Stoffresten weben. Man gebraucht also hierfür gar kein neues Material. Da heißt es natürlich zuerst einmal, tüchtig zu sammeln. Alle alten Stoffe, wenn sie weich und schmiegsam sind, lassen sich gut verwenden, also: Wollstoffe, Baumwollstoffe, Kunstseide, alle Trikotgewebe, Strümpfe und seidene und baumwollene Unterwäsche. Leinenstoffe, Tafte und Samte sind unbrauchbar. Es ist selbstverständlich, dass wir nur ganz altes Zeug, dass wir nicht mehr als Kleidung verwenden können, verwenden. Die Stoffe werden in 2-3 breite Streifen zerschnitten, aneinandergenäht und nach Material und Farbe geordnet auf Knäuel aufgewickelt. Stoffreste, aus denen sich schlecht längere Streifen schneiden lassen, werden schneckenförmig aufgewickelt. Dadurch erhält man einen langen, zusammenhängenden Streifen. Strümpfe schneidet man, am oberen Rande beginnend, spiralförmig auf.

Nun kann man an die Planung der Arbeit gehen. Nach den vorhandenen Farben kann man sich eine farbige Skizze machen. Dabei muss man darauf achten, dass man die Farben so über das Gewebe verteilt, dass ein einheitliches Muster entsteht.

Als Kette spannen wir ein starkes Baumwoll- oder Hanfgarn. Beim Berechnen der Kette müssen einmal an den stärken Schwunde denken, der durch das dicke Schussmaterial bedingt ist, und dann an die Fransen, die wir am Anfang und Ende stehen lassen. Um die Länge für Fransen auszusparen, schieben wir, ehe wir anfangen zu wegen, einen breiten Pappstreifen in das erste Fach. Dann weben wir mit dem Kettmaterial einen schmalen Anschlag. Nun erst legen wir den ersten Schuss mit unserem Flickenband ein. Dabei müssen wir besonders darauf achten, dass sich der Stoffstreifen so einrollt, dass sich die Ränder nach innen legen, damit die Arbeit sauber aussieht. Den heraushängenden Anfang ziehen wir beim nächsten Fachwechsel ein.

Die Abbildung 52 zeigt uns ein Kissen und einen Läufer, die aus Flickbändern gewebt sind. Zum Kissen sind nur Strümpfe in verschiedenen braunen und beigefarbenen Tönen und einige weiße und rote Wollfäden verwendet.



Abb. 52. Flickenteppich und Kissen aus zerschnittenen Strümpfen gewebt.

Nun frisch ans Werk! Legt euch eine große Materialkiste an und sammelt bei Großmutter, Mutter und Tanten alles, was noch zu schade ist, um in den Lumpensack zu wandern!