Erklären der Webbegriffe

Damit wir die Teile unseres neugebauten Webrahmens richtig bezeichnen können und uns bei dem nun folgenden Erklären des Webvorganges verstehen, will ich jetzt einige Webbegriffe nennen.

Die Bezeichnung Kettfäden für die aneinander parallel laufenden Längsfäden und Schussfäden für die quer durchgezogenen oder "geschossenen" Fäden ist uns schon aus den vorangegangen Abschnitten geläufig. Alle Kettfäden zusammen heißen kurz die Kette, alle Schussfäden der Schuss.

Der Baum, auf Abb. 21 mit Teil 3 bezeichnet, ist der Kettbaum, weil man die Kette auf ihn aufrollt. Der in der Rille (Teil 8) im Kettbaum ruhende Metallstab, an dem die Kettfäden befestigt werden, heißt der Peitschenstock.

Der fertiggewebte Stoff, die Ware, wird auf den Warenbaum (Teil 4) aufgerollt.

In den Webkamm (Teil 5) werden die Kettfäden der Reihe nach in die Löcher und Schlitze eingezogen, so dass die Fäden 1, 3, 5, 7 usw. durch die Löcher geführt werden und die Fäden 2, 4, 6, 8 usw. durch die Schlitze. Beim Heben des Kammes werden die Fäden 1, 3, 5, 7 über Fäden 2, 4, 6, 8 herausgehoben und beim Senken heruntergedrückt, so dass jedesmal ein Zwischenraum entsteht, durch den wir den Schussfaden bequem hindurchziehen können. Dieser Zwischenraum ist das Fach, je nachdem er sich oben oder unten befindet:

 

Abb. 25 Oberfach   oder


  Abb. 26. Unterfach  Der Wechsel von Ober- zum Unterfach und umgekehrt heißt Fachwechsel.

Die Länge einer Kette nennt man die Weblänge, den Abstand zwischen dem ersten und letzten Kettfaden die Webbreite.

Durch verschiedenes Kreuzen oder "Binden" von Kett- und Schussfäden entstehen verschiedene Bindungen.