Das Flicken eines Regenschirmes

Auch ein Regenschirm bedarf oft der Ausbesserung. Meistens wird er in der Mitte, wo die acht Stäbe sich vereinigen, schadhaft oder am äußersten Ende der Stange.



Der geflickte Regenschirm

Die Abbildung zeigt einen Schirm, der an diesen beiden Stellen bereits geflickt ist. Auf die Mitte des Schirmes wurde ein achteckiges Stück Taft oder Satin genäht, dessen Kanten leicht nach innen geschweift sind.



Der achteckige Flicken für die Schirmmitte

Die Abbildung veranschaulicht den achteckigen Flicken mit den bereits umgeschlagenen Rändern und dem runden Loch in der Mitte. Er misst ca. 15 cm im Durchmesser. Dieser Flicken wird über die Stockspitze des Schirmes gestülpt und dann mit kleinen Vorder- oder Saumstichen auf den Schirm genäht. Natürlich muss das Nähen bei aufgespanntem Schirm geschehen.

Es ist darauf zu achten, dass die Ecken des Flickens jedesmal auf die Nähte des Schirmes, infolgedessen auf eine Stange treffen. Die Nähte dürfen nicht zu fest angezogen sein, damit der Faden in der Folge beim Auf- und Zuspannen des Schirmes nicht reißt. Dann nehmen wir ein 2 cm breites Seidenband und 30 cm Länge, nähen die beiden schmalen Enden zusammen und reihen es oben und unten ein.



Das Einreihen der Rüsche

Die Reihfäden werden angezogen, und die Rüsche wird kränzchenartig um den Stock auf den Flicken genäht.

Um die zerrissene Stelle am äußersten Ende des Stabes zu beseitigen, ist es vor allem nötig, die Stiche zu lösen, die den Stoff an den Stab festhalten. Dann wird die Naht ein Stück weit aufgetrennt und unter beide Teile des Stoffes ein Läppchen Seide untergelegt. Mit Nähseide und einer feinen Nähnadel muss nun gesteppt werden, und zwar wird das untergelegte Läppchen mitgefasst.



Die gestopfte Naht im Schirm

Nachher wird die Naht so, wie sie war, wieder zusammengenäht und die äußerste Spitze an die Öse der Schirmstange mit starkem Nähgarn befestigt.



Die fertig gestopfte Ecke.

Kleine Schäden im Schirme werden auch noch gestopft und das Gummibändchen mit Knopf wieder angenäht. Unser geflickter Schirm ist wieder in durchaus brauchbarem Zustand.

Es kommt vor, dass Schirme noch tadellos erhalten sind, bis auf fadenscheinige Bruchstellen, die von längerem Zusammengerolltsein herrühren. Besonders seidene Schirme halten ein festes Zusammengerolltsein nicht aus.

In diesem Falle kann man ein Seidenband auf die Mitte jedes Teiles nähen, das von der Mitte an den unteren Rand reicht. Man näht auch hier kleine Vorderstiche und achte darauf, dass die Bänder fadengerade aufgenäht werden. Ein Heften vor dem Nähen ist unerläßlich. Auch dieser ausgebesserte Schirm sieht gut aus.



Der Regenschirm mit aufgenähten Seidenbändern.