Bindungen

Es sollen hier nur die einfachen Bindungen, die auf dem Webrahmen mit Kamm verwendet werden können, erwähnt werden.

Zunächst einmal das Leinen.



Abb. 27. Verschiedene Muster in Leinenbindung



Abb. 28. Leinenbindung

Kette und Schuss sind aus demselben Material und wirken somit, weil sie regelmäßig abwechselnd sichtbar sind, gleichbestimmend auf das Muster. Um das Gewebe abwechslungsreicher zu machen, verwendet man aber gerne einige Fäden verschiedenartigeres und verschiedenstarkes Garn für Kette und Schuss, also z. B. für einen Wollschal einige feine Seidenfäden oder genoppte Wollfäden. Das gibt dann auch wieder Leinenbindung, wenn Kette und Schuss gleichmäßig sichtbar bleiben und beim fertigen Gewebe durch Material und Farbe gleichbestimmend mitsprechen. Durch Aufspannen einer verschiedenfarbigen Kette und Durchweben mit einem Schuss in denselben Farben können wir die verschiedensten Muster entstehen lassen.

Abarten der Leinenbindung sind Panama (Abb. 29), Kettcannelé (Abb. 30) und Schusscannelé (Abb. 31).



Abb. 29. Panama



Abb. 30. Kettcannelé

und



Abb. 31. Schusscannelé

Durch Einziehen von je zwei, drei oder vier Kettfäden in jedes Loch und jeden Schlitz und Durchweben mit ebenso verstärktem Schuss entsteht Panama.

Für Kettcannelé spannt man eine einfache Kette und schießt mit doppeltem Schuss durch. Für Schusscannelé wird eine verstärkte Kette gespannt und ein einfacher Schuss durchgegeben.

Die Musterbildung entsteht wieder, wie beim Leinen, durch Verwendung von verschiedenfarbigem Material für Kette und Schuss. Panamabindung eignet sich gut für Schals und Halstücher aus feiner, leicht gedrehter Wolle; Leinen und Cannelé dagegen für Taschen, Matten, Buchhüllen usw.

Rips (Abb. 34) entsteht durch Verwendung von verschiedenem Material für Kette und Schuss.



Abb. 32. Kettrips



Abb. 33 Schussrips



Abb. 34. Verschiedene Muster in Rips.

Durch Spannen eines dünnen, glatten Kettfadens und Durchschießen mit einem stärkeren, aber weichen Schussfaden, den man so fest anschlägt, dass der Kettfaden ganz verdeckt wird, entsteht Kettrips (Abb. 32). Da die Kette bei dem Muster nicht mitspricht, wird sie aus naturfarbigem oder weißem, mehrfach gezwirntem Garn gespannt. Der Schuss dagegen wird aus verschiedenfarbigem, weichem Material gewählt. Durch Abwechseln der Farben nach mehreren Schüssen entstehen streifen, breite und schmale, wie man will. Wechselt man mit zwei Farben nach djedem Schuss ab, entstehen, je nach der Anzahl der sich abwechselnden Schüsse, Pünktchen, Kästchen oder Stäbchen.

Schussrips (Abb. 33) entsteht durch lockeres Aufspannen einer Kette aus stärkerem, weichem Material und Durchweben mit einem dünnen Schuss. Der dünne Schussfaden zieht die Kett so dicht zusammen, dass von ihm nichts zu sehen bleibt. Die Kette bestimmt das Muster und muss darum farbig schön gewählt werden. Schussrips entsteht beim Weben mit dem Webebrettchen (Abschnitt VIIIa)