Teppiche aus Stoffresten

Diese beiden Anleitungen sind zu einem Preisausschreiben eingesandt worden, das vor mehr als 100 Jahren stattfand. Dabei kann man jedes, auch das kleinste Restchen Woll-, Baumwoll- und Seidenstoff verwenden.

Zuerst werden alles Stoffe in 1-1 1/2 cm (ganz feste Stoffe, Tuch 1 cm, Andere 1/2 cm) breite Riemchen geschnitten, dann aneinandergenäht und anschließend zu einem Knäuel gewickelt.

1. Möglichkeit

Mit dicken Holznadeln werden diese Knäuel abgestrickt. Dabei fängt man mit einer Masche an und nimmt  mit jedem Gang am Rand eine Masche auf bis 26. Dann mit jedem Gang eine ab bis 1. Es wird immer rechts gestrickt. Die gewonnenen Vierecke werden zusammengenäht und ergeben prächtige Vorlagen und Teppiche.

2. Möglichkeit

Man läßt sich einen Holzrahmen anfertigen (Größe 110/75 cm) und oben und unten große Nägel einschlagen. In alle diese Nägel werden feste Stoffriemchen gespannt. Dann fährt man mit dem Knäuel von links nach rechts, immer ein Riemchen fassen und 1 liegen lassen wie beim Verweben. Soll der Teppich länger werden, so spannt man, wenn die ganze Fläche verwoben ist, wieder nach, indem die Längsfäden, die in den untern Nägeln gesteckt, nun an die oberen befestigt werden und beginne von neuem. Auf diese Weise erstellt man dauerhafte schöne Läufer, besonders wenn auf die Farbenstellung Rücksicht genommen wird.

Ch. S. aus Ch.

Ergänzung zu den Teppichen aus Stoffresten:  Wenn die Stoffrestchen auf Knäuel sind, so dreht man sie, indem man ein rundes Stück Holz oder Stock von 25-30 cm nimmt, befestigt den Anfang daran und hält das Holz lose in der rechten Hand und dreht es, mit der linken hält man das Fach auch lose, dann wird vorweg auf den Stock gewickelt, bis alles fertig. Auf diese Art werden die Teppiche dauerhafter und sind auch besser zu verarbeiten. So zugerichtet, werden in der Strafanstalt Chur Teppiche gewoben, die warm und dauerhaft sind.

U. G.