Zum Stricken u. Ausbessern der Strümpfe

Oft genug ist ungenaue Innenarbeit des Stiefels, Vorstehen der Holznägel oder eine faltige Brandsohle u. s. w. schuld an dem leichten Zerreißen der Strümpfe. Zuweilen liegt aber der Grund an der Beschaffenheit des Fußes.

Strümpfe, die an den Spitzen zerrissen sind, deuten auf zu lange und scharfe Nägel der Zehen hin; in der Ballengegend durchlöcherte Strümpfe rühren von sogenannter Hornhaut der Füße her. Beide Übel lassen sich durch richtige Pflege und geeignete Mittel leicht vermeiden. Oft spielt auch Hornhaut bei dem Zerreißen der Strümpfe an der Ferse ihre Rolle, aber meistens liegt es - vorausgesetzt, daß das Schuhzeug gut paßt - am Gange. Hier gilt es, die Fersen aus recht haltbarem Material herzustellen und da ist das Einstricken von guter, loser Strumpfseide ein erprobtes Mittel.

Seide übertrifft jedes Einstrickgarn an Haltbarkeit, und was eine große Hauptsache ist, sie trägt sehr wenig auf, verdickt also die Ferse nicht unnötig, was oft sehr lästig werden kann. Auch ist es empfehlenswert, die Fersen stets "rechts" zu stricken. Die dadurch entstehenden Querrippen sind viel widerstandsfähiger, als eine glatte Ferse.

Viele Leute haben sehr empfindliche Fußsohlen und klagen häufig über Brennen der Haut. Dieses Brennen wird meist durch die links gestrickten Maschen verursacht, mit denen die Fußsohle in Berührung kommt; in diesem Falle trage man die Strümpfe links, resp. stricke die Maschen an der Fußsohle gleich links, damit die glatte Seite der Strickerei nach innen kommt. Die dadurch etwas vermehrte Arbeit wird reichlich gelohnt durch das Wohlgefühl, das die empfindlichen Fußsohlen durch die glatte Strumpfsohle haben.

Wer zu Fußschweiß neigt, sollte nur wollene Strümpfe tragen, da Baumwolle davon hart und brüchig wird. Die im Sommer lästigen, wollenen Strumpflängen lassen sich leicht durch baumwollene ersetzen, an die man wollene Füßlinge anstrickt.

M. Kn.